Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Nachrichten

Themenbereiche

Dienstag, 29. Januar 2008, 16.32 Uhr

SPD-Politikerin Simone Violka in der »Tonne«

Die Protestaktion ist beendet – wie nun weiter?

Die von November 2007 bis Ende Januar 2008 laufende Protestaktion des Jazzclubs Neue Tonne Dresden wurde mit einem Gespräch abgeschlossen, das der Vorstand dieses Jazzclubs am 29. Januar mit der Bundestagsabgeordneten Simone Violka (SPD – stellvertretendes Mitglied des Bundestagsausschusses Kultur und Medien) im Klubkeller der »Tonne« führte.

Im Verlaufe dieser Aktion hatte die Dresdner »Tonne« symbolträchtig fünf bereits fixierte Konzerte storniert und weitere mögliche gar nicht erst vereinbart, um die so »gesparten« Gelder an die GEMA, die KSK und das Finanzamt abzuführen. Damit wollte der Dresdner Jazzclub darauf hinweisen, dass die praktische Ausgestaltung der einstmals gut gemeinten Regelungen zu GEMA, KSK und Ausländersteuer bei den kleineren Kulturveranstaltern vor Ort stets zu Lasten der Künstler und Kulturaktivisten geht. Als kleiner Kulturveranstalter kann der Club diese unverhältnismäßig hohen Kosten nicht einfach auf die Eintrittspreise umlegen – die Folge ist, dass Gagen noch mehr gedrückt oder die Zahl der Konzerte verringert werden müssen. Verlierer sind in jedem Falle die Künstler.

Für seine Aktion bekam der Jazzclub – von einer Ausnahme abgesehen – Beifall und Zuspruch. So erhielt er eine Zuschrift von einem Kölner Veranstalter, in der formuliert war: »Wir sollten uns bundesweit engagieren, um gegen das Raubrittertum der GEMA, KSK und vor allem der Ausländersteuer vorzugehen. Die Ausländersteuer ist sowieso der EU ein Dorn im Auge.«

Im Gespräch mit Simone Violka, die sich die praktischen Probleme genau erläutern ließ, um sie in den Ausschuss Kultur und Medien mitzunehmen, kam deutlich zum Ausdruck, dass vor allem Denkweisen und Einstellungen zur Kleinkultur bei jenen verändert werden müssen, die zu diesem Themenkreis in unserer Gesellschaft die Deutungshoheit haben. Hier hob Viktor Slezak, »Tonne«-Geschäftsführer, hervor, dass beispielsweise der im Zusammenhang mit der GEMA verwendete Begriff des Kunst- bzw. Musik-»Verwerters« völlig falsch und damit diskriminierend ist. Ein Club wie die »Tonne« verwertet keine Musik, er zieht keinerlei Gewinne aus ihr – im Gegenteil: die Vereinsmitglieder bringen noch Geld und Zeit mit, damit diese Musik öffentlich erklingen kann. »Wir und die vielen vergleichbaren Clubs und kleinen Kultureinrichtungen«, so Slezak, »sind keine ›Verwerter‹, sondern Kultur-Ermöglicher.« Als solche, das war ein Tenor des Treffens, müssen die kleinen Kultureinrichtungen gesehen und von Politik und Verwaltung behandelt werden. Darüber wollen Simone Violka und der Jazzclub Neue Tonne vor allem zunächst mit GEMA-Vertretern ins konstruktive Gespräch kommen.

Der Jazzclub Neue Tonne plant für den Herbst 2008 ein öffentliches Forum mit Vertretern des Bundestagsausschusses Kultur und Medien zu diesem Thema, für dessen Zustandekommen sich Simone Violka politisch einsetzen will. »Es ist realistisch«, so Violka, »ein solches Forum mit Ausschuss-Vertretern und vielleicht weiteren Partnern vorzubereiten und durchzuführen.«

Themenbereiche: Tonne-Nachrichten (76)
M. B.

Jazzclub Tonne / Die TONNE / Nachrichten / SPD-Politikerin Simone Violka in der »Tonne«