18. März 1977
Gründung der Interessengemeinschaft (IG) Jazz innerhalb der Stadtorganisation Dresden des Kulturbundes der DDR. Enge Zusammenarbeit mit dem Dixielandfestival Dresden. Anfangs ein Konzert monatlich in verschiedenen Räumlichkeiten, später mehr.
20. November 1979
Die Mitgliederversammlung der IG Jazz beschließt nach langen Debatten, die tonnenförmigen Gewölbekeller unter der Ruine des Kurländer Palais zum eigenen Domizil auszubauen. Konzerte finden in dieser Zeit in Studentenklubs (»Spirale«, »Bärenzwinger«), TU-Hörsälen und im Rundkino statt.
13. März 1981
Am Freitag, dem 13.(!) werden die Gewölbe nach schier unendlich vielen Auf- und Ausbaustunden eingeweiht: die IG Jazz nimmt endlich ihre eigenen zauberhaften Räume in Besitz.
1982
Die IG Jazz hat sich in der »Tonne« eingelebt. Nur noch ein einziges Konzert der IG findet außerhalb, nämlich im Rundkino auf der Prager Straße, statt (Leo Smith). Der von den IG-Mitgliedern selbst gewählte Slogan lautete: Tags in die Sonne – nachts in die Tonne.
1983
Im eigenen Rückblick von 1987 anlässlich des zehnjährigen IG-Jubiläums schreibt die IG-Leitung: »Zwar ist bei vielen Mitgliedern ein steigendes Interesse an zeitgenössischem Jazz spürbar, aber als einer den sauer erkämpften Flügel mit Maulschlüsseln, Schraubendrehern und ähnlichem präpariert, reißt uns der Faden. Das wirft uns in die Swing-Ära zurück.« Dennoch: Erste Schülerkonzerte finden statt.
1985
Der Name »IG Jazz« gerät langsam in Vergessenheit – zugunsten der Bezeichnung »Tonne«, die sich endgültig zum führenden Jazzklub der DDR gemausert hat. 79 Konzerte mit 14000 Besuchern in diesem Jahr setzen Maßstäbe. Das sind anderthalb Konzerte und 270 Besucher pro Woche, etwa 170 Besucher pro Konzert – und dies alles ehrenamtlich!
Anfang 1989
Endlich – die Arbeit der »Tonne«, die mittlerweile nicht nur zur Nummer Eins der DDR-Jazzklubs geworden war, sondern die vor allem durch ihr Flair ganz entscheidend zum internationalen Renommé des Dixielandfestivals beigetragen hat (in der »Tonne« fanden nicht nur die allnächtlichen Festival-Jam-Sessions statt, sondern war stets der Dreh- und Angelpunkt der Teilnehmer-Szene), wird jetzt auch offiziell anerkannt: zwei hauptamtliche, beim Kulturbund angestellte Mitarbeiter werden für die »Tonne« tätig.
Ende 1989/Anfang 1990
Mit der politischen Wende in der DDR kommt es zu erdrutschartigen Veränderungen im Besucherverhalten. Nur noch fünfzehn bis zwanzig Hörer durchschnittlich besuchen die »Tonne«-Jazzkonzerte. Gleichzeitig beginnen die Kosten für den Betrieb der Einrichtung drastisch zu steigen.
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